Essstörung – Realtalk – Teil 2

In meinem ersten Teil zu dem Thema Essstörung und Realtalk habe ich euch bereits ausführlich über ein weitverbreitetes Problem vieler Mädels berichtet. Ich persönlich war nie so weit, dass es so extrem eskaliert ist – zum Glück! Ich hatte weder eine Essstörung, noch eine Sportsucht. Dennoch habe ich zu einigen Zeiten leicht daran „gekratzt“ um es wirklich mal vorsichtig auszudrücken und daher möchte ich euch einige Tipps mit auf den Weg geben, wie ich davon komplett weg gekommen bin und zu einer gesunden Balance gefunden habe.

„Einsicht ist der erste Weg zur Besserung“

Hört sich zunächst nach einem dämlichen Spruch an, aber es ist wirklich wahr. Man muss selber erst mal sein Problem erkennen bevor man es auch beheben kann. Und das ist ein Punkt, wo die meisten erst mal noch meilenweit von entfernt sind. Man redet sich die Dinge schön. Aber ich denke, dass ich für die meisten Mädels sprechen kann, wenn ich sage, dass man doch gerne mal einen Mädelsabend mit Pizza, Chips, Schoki und Eis verbringt, anstatt dort auf der Couch zu sitzen, zu zu schauen, wie die anderen ohne Reue in die Chipstüte greifen und man selber an seinem Glas Wasser nippt… wenn ich sage, dass man abends doch eigentlich mit allen anderen ins Kino wollte, man aber absagt, weil man es heut noch nicht ins Gym geschafft hat, denn Sport muss ja sein, sonst plagt einen ein schlechtes Gewissen… ach und von dem duftenden Popcorn und den Käse-Nachos „dürfte“ man ja sowieso nichts essen – passt einfach nicht in die Makros.
Versteht mich nicht falsch – ich finde es toll, wenn man eine gewisse Disziplin an den Tag legt und man sich phasenweise auch mal etwas mehr reinhängt um gewisse Ziele zu erreichen, aber ich spreche hier von Mädels, die dauerhaft abdriften und das ganze nicht mehr zu einer Phase sondern zu Monaten oder Jahren wird.
Hat man nun einmal eingesehen, dass man wirklich „krankhaft“ in etwas hineingeraten ist, kann man beginnen dort wieder herauszufinden.

Das Training

Weniger ist manchmal mehr. Das gilt vor allem beim Training. Tägliche exzessive Sporteinheiten bringen weniger bzw. sind vermutlich sogar kontraproduktiver, als 3-5 intensive Workouts pro Woche. Das wollen viele nicht wahr haben.
Zu Beginn sollte man versuchen das Training ein wenig zu drosseln. Schritt für Schritt zu einem gesunden Trainingspensum zurück finden und auch die Trainingsdauer kürzen. Viele trainieren weit länger als 2 Stunden, was auch absolut nicht notwendig bzw. sinnvoll ist.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Ausschalten des schlechten Gewissens. Viele bekommen sofort ein schlechtes Gewissen, wenn sie mal einen Tag keinen Sport machen. Zwei Tage hintereinander sind meistens schon eine „Katastrophe“. Es wird nahezu täglich Sport getrieben, obwohl einem nicht danach ist und körperliche Signale werden komplett ignoriert. Auch das Gefühl, sich mit Sport sein Essen zu verdienen ist keine Seltenheit. All diese Symptome sprechen für ein ungesundes Maß und für eine ungesunde Einstellung zum Training.

Ein strukturierter Trainingsplan kann einem helfen, sich an feste Trainingstage zu halten und nicht dahin abzudriften „doch wieder eine kleine Trainingseinheit“ einzulegen. Ggf. kann euch auch ein Coach oder einfach ein Ansprechpartner helfen, der euch diesen festen Plan erstellt und dem ihr euch anvertrauen könnt. Generell sollte man jemanden haben, dem man sein Herz ausschütten kann. Immer wieder darüber sprechen, negative Gefühle rauslassen und auch Gespräche mit Gleichgesinnten können gut tun und einen bestärken.
Man sollte lernen, körperliche Symptome zu achten. Der Körper signalisiert oft recht deutlich, dass er nicht mehr kann. Das hat dann nichts mit fehlender Motivation zu tun, sondern ist oft ein „Hilferuf“ des Körpers, dass er eine Pause braucht.
Wenn ihr an trainingsfreien Tagen ein mieses Gefühl habt, dann geht mal eine Runde an der frischen Luft spazieren. Das befreit den Kopf und bringt euch auf andere Gedanken.
Stellt euch dem Problem und habt den Mut und die Kraft das auch zu ändern. Das wird nicht von jetzt auf gleich möglich sein – so wie die meisten Dinge im Leben. Aber um langfristig einen gesunden fitten Körper und eine Balance zu bekommen, muss man von diesen Gedanken und dieser Einstellung weg kommen.

Zum Thema Ernährung werde ich dann noch einen dritten Teil schreiben, da das nochmal ein sehr sehr umfangreicher Blogpost werden wird. Ich hoffe, dass ich einigen Betroffenen mit den Tipps zum Training und mit diesem Post helfen konnte. ❤

Küsse,

Lizzi

 

 

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4 Kommentare zu „Essstörung – Realtalk – Teil 2

  1. Ich freue mich jetzt schon auf den 3. Teil. Es ist nicht so, dass ich mir nichts gönnen kann. Aber bei mir ist da diese Angst jedes Mal, wenn ich „schlecht“ esse – sei es mal im Urlaub eine ganze Woche, bei Freunden wenn ich mit denen Tagelang weg bin oder so; weil ds gönnt man sich ja meist mehr „Schlechtes“. Aber ich denke mir dann immer: So kann ich wieder von vorn beginnen! Meine Muskeln werden am Bauch so wieder nicht bis Dato sichtbar! Und ich weiss selbst, dass man so nicht denken soll, aber ich kriegs nicht hin das umzustellen. Es ist jedes Mal so. Ich stelle mir aber wirklich die Frage; Wenn man sowieso schon schlank ist (wobei ich meinen Bauch wurklich nicht mag und ihn flach und muskulös haben will) also die Statur her und man mit Training (HIIT, Weights und Boxen) variiert und trotzdem öfter mal mies isst…kann man z.b trotzdem in gewissen Monaten ein sichtbarer muskulöser Körper/Bauch aufbauen? Wird das dann nicht gehemmt? Ich bin da wirklich so das ich das als Fehler sehe. Und ich will es wirklich ablegen. Mein Ziel ist es bis Dezember oder spätestens Februar 2018 sichtbare Muskeln (vorallem am Bauch) aufzubauen, als Fitnessziel. Sonst will ich einfach nur stärker werden und stärker aussehen, um mehr Selbstbewusstsein zu kriegen.
    Danke für diesen Beitrag, liebe Liza, öffnet die Augen. ♡

    Mara x

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  2. Liebe Liza,

    vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. ich finde es bemerkenswert, dass du deinen Leser solche Einblicke in dein Privatleben bietest 🙂 Top, das macht nicht jeder. Dieser Beitrag ist wie immer auch wieder sehr gut geschrieben.

    Liebe Grüße und einen schönen Abend,
    Robert Z.

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