Wieso nehme ich mit 1000 Kalorien nicht ab? – Ich bin doch im Kaloriendefizit!

Wieso nehme ich mit 1000 Kalorien pro Tag nicht ab? – Ich bin doch im Kaloriendefizit?

Um Fett abzubauen benötigt man ein Kaloriendefizit – um 1 kg Fett abzubauen, muss man ca. 7.700 Kalorien einsparen heißt es.

„Je weniger ich also zu mir nehme und je höher somit mein Kaloriendefizit ist, desto mehr nehme ich ab“ werden jetzt die meisten denken – klingt ja irgendwie auch logisch – aber genau das ist einer der größten Fehler den ihr machen könnt! Wieso weshalb warum versuche ich euch jetzt zu erklären! Es liegt nicht nur grundlegend an zu wenig Kalorien – sondern eher an all dem, was eine zu geringe Kalorienaufnahme mit sich bringt und dass die falschen Personen ein großes Defizit anwenden.

Für einen kurzen Zeitraum kann der Körper mit einem hohen Kaloriendefizit gut umgehen. Unter bestimmten Voraussetzungen (ausreichend Mikronährstoffe, genug Protein, richtiger Umgang mit den Hormonen Leptin und Ghrelin, ausreichend hoher Gesamtkalorienverbrauch usw. ) kann ein hohes Defizit für einen kurzen Zeitraum auch sinnvoll sein – hier muss man aber sehr viele Punkte beachten, damit es nicht nach hinten los geht und es ist auch nicht für jeden geeignet. Personen mit einem sowieso schon eher niedrigen Körperfettanteil und geringem Gesamtkalorienverbrauch sollten sich von einem extrem hohen Kaloriendefizit distanzieren – Personen mit einem höheren Körperfettanteil können logischerweise auch ein höheres Kaloriendefizit anstreben.

Längerfristig kommt es bei einem zu hohen Kaloriendefizit bzw. einer zu geringen Kalorienaufnahme aber zu unzähligen Problemen, die sowohl die Gewichtsabnahme als auch die Gesundheit gefährden. Die extremsten Auswirkungen möchte ich euch nachfolgend erklären!

Dein Körper wird dir zunächst mal auf verschiedene Wege sehr klar signalisieren, dass er mehr Nahrung benötigt:

  • dir ist ständig kalt
  • du hast keine Energie im Training
  • du bist lustlos und träge
  • du hast starke Stimmungsschwankungen und bist oft weinerlich
  • du bist schnell unkonzentriert
  • du schläfst schlecht
  • Du hast Dauerhunger und Heißhungerattacken⇒ Eine gewisse Zeit lang kannst du diesen ganzen negativen Auswirkungen mit einem starken Willen vielleicht standhalten – dauerhaft allerdings nicht. Meist endet das Ganze dann in einem maßlosen „Überessen“. Woraufhin die meisten aufgrund eines schlechten Gewissens oder „Versagen-Gefühls“ die Kalorienzufuhr wieder strikt auf ein Minimum senken, eventuell sogar noch viel Cardio dazu absolvieren und den Teufelskreis von vorn beginnen lassen.

Durch die Gewichtsabnahme sinkt außerdem dein Grundumsatz! Der Körper „lernt“ mit weniger Kalorien zu überleben. Er baut dazu Muskeln ab und versucht weniger Energie für die lebensnotwendigen Stoffwechselvorgänge wie Verdauung, Kreislauf, Wärmeregulation und Atmung zu verbrauchen.
Um es euch vereinfacht zu erklären: Der Körper versucht, jede zugeführte Kalorie zu nutzen, um das Überleben zu sichern und mit Sicherheit wird er da kein Fett abgeben – im Gegenteil – er versucht sogar von den wenigen Kalorien die er bekommt noch etwas Fett einzuspeichern.
Je weiter du die Kalorien unter deinen Grundumsatzes verringert hast, desto länger braucht dein Körper, um aus dem Notverhalten wieder herauszukommen. Er muss quasi neu lernen, die zugeführten Kalorien zu verbrauchen statt sie sofort als Notreserve einzuspeichern.

 

Darüber hinaus steigt der Cortisol-Spiegel durch eine langfristige zu geringe Kalorienaufnahme und der Leptinwert sinkt zu stark ab.
Das Stresshormon Cortisol bewirkt unter anderem Muskelabbau und sorgt dafür, dass weniger Kalorien in die Muskeln transportiert und dort verbrannt werden. Stattdessen werden die Nährstoffe in die Fettzellen transportiert, wodurch es zu einem Fettaufbau kommt.
Leptin reguliert den Stoffwechsel sowie den Appetit und spielt während der Energieproduktion eine wichtige Rolle. Sinkt der Leptinspiegel, „denkt“ das Gehirn, dass nicht mehr ausreichend Brennstoff zur Verfügung steht, wodurch ein Hungergefühl entsteht und die metabolische Rate abnimmt. Je länger sich der Körper in einem Kaloriendefizit befindet, desto tiefer sinken der Leptinspiegel und die metabolische Rate ⇒ es wird also schwierig Fett zu verlieren.

Fazit:

Entweder gerätst du in diesen Teufelskreis von Hunger – Heißhunger – Fressanfälle – Hunger oder du hältst dem ganzen irgendwie Stand, fühlst dich dabei miserabel, leidest unter den o.a. Symptomen und bleibst auf einem Abnehm-Plateau stecken.
Wie bereits oben erwähnt, rate ich dir, so schnell wie möglich von einer äußerst geringen Kalorienaufnahme weg zu kommen – egal in welcher der beiden Situationen du gerade steckst.

„Wenn ich jetzt mehr Kalorien esse, nehme ich aber zu“

JA – das könnte unter Umständen tatsächlich der Fall sein, da der Körper es schlichtweg nicht mehr kennt ausreichend Kalorien zugeführt zu bekommen. Der Schritt die Kalorien zu erhöhen, ist allerdings unumgänglich, um endlich wieder Erfolge zu sehen!

Zum Schluss auch noch eine kleine persönliche Story am Rande von mir selber, auch wenn ich nie so tief mit den Kalorien war:
Ich kann euch aus Erfahrung sagen, dass zu wenig Kalorien nicht immer hilfreich sind. Ich habe mal eine Phase gehabt (zum Glück schon 4 Jahre her) in der ich über 6 Monate lang wirklich jedes Gramm abgewogen und eingetrackt habe und zu der Zeit nur 1650 Kalorien maximal täglich zu mir genommen habe, obwohl ich regelmäßig hart trainiert habe, viel Cardio gemacht habe usw. und ich kann euch sagen, dass ich nicht wesentlich schlanker war als heute, wo ich über 2000 Kalorien esse und meiner Meinung nach sogar heute besser aussehe! Ihr könnt euch gerne selber ein Bild machen:

 

Links: 1650 Kcal und Verzicht

Rechts: 2200-2500 Kalorien & eine gesunde Balance ohne Verzicht

 

FOOD IS FUEL – traut euch zu essen und gebt eurem Körper die Nährstoffe die er braucht ♥️

 

 

 

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6 Kommentare zu „Wieso nehme ich mit 1000 Kalorien nicht ab? – Ich bin doch im Kaloriendefizit!

  1. Sehr sehr gut geschrieben meine Liebe! Ich liebe deinen Blog und freue mich jedes mal auf neue Beiträge 🙂

    Danke für die Zeit und Mühe die du in deinen Blog steckst!

    LG Olivia

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  2. Toller Beitrag! Mein „Problem“ ist einfach, dass ich überhaupt keinen Hunger habe. Ich esse drei normal große Mahlzeiten am Tag und manchmal sogar zwischendurch mal eine Kleinigkeit (ist aber nicht die Regel) und bin immer satt. Wenn ich meine Kalorien aber tracke, komme ich maximal auf 1.200-1.800 kcal. Gehe auch regelmäßig zum Sport und möchte dringend meinen Speck an Oberschenkeln und Hüften verlieren. Habe einiges abgenommen aber jetzt stagniert mein Gewicht seit Monaten.
    Muss ich jetzt zwangsläufig mehr essen obwohl ich keinen Hunger habe?

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    1. Liebe Sina,

      die Spanne von 1200-1800 ist natürlich schon sehr groß – leider kann ich dir aus der Ferne nicht sagen, was für dich und deinen Körper das Beste und Richtige ist! Das ist wirklich sehr individuell und das kann man pauschal nicht so grob sagen! ❤

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